Archive for the 'Sonstiges' Category

Und das kann hier ruhig noch gesondert vermeldet werden – Radio Blau hat die ganze Woche Werbung für den Leipziger Comicgarten gemacht, und zwar mit folgendem Jingle:

Comicgartenjingle.mp3

So kommt man ins Radio.

Panik! Das wäre fast untergegangen! Kann ich mir mal von wem 48 Stunden borgen?

Comicgarten LeipzigJedenfalls wird am Freitag und Samstag der allererste Leipziger Comicgarten stattfinden – Ersatz für das dieses jahr leider ausfallende Comicfest.

Die Idee dazu (also: für den Comicgarten, nicht dafür, dass das Comicfest ausfällt) stammt von mir, geschultert wurde das umfangreiche Programm aber hauptsächlich von Thowi, der einen Großteil der Künstler rangeholt hat, sich Egon-Olsen-mäßig um den Orga-Kram gekümmert hat und Öffentlichkeitsarbeit gemacht hat. Chapeau!

Auch den Blog zum Comicgarten hat er größtenteils selbst betreut.

Was mir blieb, war ein paar Verlage ranzuholen, ein paar Mal vor irgendwelche Radiomikros zu hüpfen, ein paar Leute anzurufen und mich selbst bereit zu halten. (Okay, und dann habe ich noch die Wundertüten organisiert, die jeder Besucher gratis kriegt, und eigenhändig gepackt und zugeklebt habe ich die Packerln auch.)

Das Programm und die Gästeliste unterm Strich ist großartig. Dabei sind: Flavia Scuderi (“W.I.T.C.H.”, “Kim Possible”), Nadia Enis (FIX & FOXI), Sascha Wüstefeldt (MOSAIK, GEOLINO), Ulf Graupner MOSAIK, KNAX), Schwarwel (SCHWEINEVOGEL), Ivo Kircheis (“Paralleluniversum”), Mamei (“Dave Grigger”), Falk Hühne (ULKBÄR), Jan Suski (Ferrero), Hagen Flemming (REMMORY).

An Verlagen wird natürlich Modern Tales bzw. eidalon dabei sein – als Hauptübersetzer etc. des Verlages betreue ich den Stand selbstverständlich. Ebenso wie übrigens den Stand von JNK Media (resp. der COMIXENE, bei der ich Redakteur bin), denn Chefredakteur Martin Jurgeit musste kurzfristig absagen. Nicht durch mich vertreten, aber dennoch anwesend sind Holzhof Comics (Publikation ausgewählter DDR-Comic-Klassiker) und Glücklicher Montag (SCHWEINEVOGEL).

Dazu kommen noch die Leipziger Comicshops City Comics, Comic Combo und Japan Input, fast ein Dutzend Fanzine-Stände sowie Aktionen wie die Comictombola, der Besucher-Jam-Comic, der Comic-Flohmarkt, die Comic-Wundetüte etc…

Und das Tollste am Ganzen: der Eintritt ist frei!

Das Ganze findet statt in der Gartengaststätte Siegismund, Philip-Rosenthal-Str. 51, 04103 Leipzig.

Die Location ist zu erreichen – mit der Straßenbahn: Linie 16 ab Hauptbahnhof oder Augustusplatz bis zur Haltestelle Deutsche Nationalbibliothek, Fahrtdauer: 4 bzw. 5 Haltestellen, ca. 08 Min.

Für alle, die mit dem Auto oder Fahrrad kommen – Google Maps. Parkplätze rund um die Location liegen in genügender Zahl vor.

Beginn der Veranstaltung ist am Freitag, 03.09. 2010, mit dem Leipziger Comicstammtisch ab ca. 19 Uhr. Samstag, 04.09. 2010, ist dann von 12 Uhr bis 18 Uhr Showtime: der Leipziger Comicgarten mit Ausstellern, Aktionen, Signierstunden und so weiter, siehe oben. ;-)

Nochmal: der Eintritt für beide Veranstaltungen ist FREI.(Aber die Wundertüte wird ausschließlich Samstag verteilt.)

Nach dem Break noch ein paar nette Fotos: (weiterlesen…)

Also: nicht dass es nichts zu vermelden gebe.

Nur falls Sie sich deswegen Sorgen machen.

Ein paar neue Bücher, eine Handvoll Artikel, einige Radiointerviews, zwei, drei Veranstaltungshinweise, die dringend abgearbeitet werden müssen.

Aber es ist Sommer (irgendwie – während ich das schreibe, geht hier grad der Fadenregen los), und das heisst für mich immer Hauptarbeitszeit, weil genau in dieser Zeit die Vorbereitungen für den Bücherherbst liegen. Das jährliche umfangreiche Sondermann-Feature für SPIEGEL-Online, das ICOM-Jahrbuch, ein paar Übersetzungen, die noch dieses Jahr erscheinen sollen, das übliche Artikel-Tagesgeschäft … das alles geht vor, weil’s die Miete zahlt.

Ich bitte um Verständnis.

Ich werde versuchen, alles liegengebliebene so bald wie möglich getreulich abzuarbeiten.

Und jetzt muss ich schnell weg und noch was schaffen, weil ich um drei schon wieder einen Radiotermin habe. Man liest sich!

[Pierre] Assouline, 1953 in Casablanca geboren, war bereits vor dem Internet eine Größe des literarischen Lebens in Frankreich. Er arbeitete als Literaturkritiker und Kulturberichterstatter für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften und für das Radio, unter anderem für die legendäre sonntägliche Sendung “Le masque et la plume”, in der seit den Fünfzigerjahren das kulturgesinnte Herz Frankreichs schlägt. Ein Jahrzehnt lang war er Chefredakteur der Kulturzeitschrift “Lire”. Daneben hat er mehrere populäre Biografien geschrieben, etwa über Georges Simenon und Hergé. Die zu Daniel-Henry Kahnweiler (“Der Mann, der Picasso verkaufte”) und Henri Cartier-Bresson sind auch auf Deutsch erschienen. Assouline ist überdies ein überaus erfolgreicher Romancier. Einige seiner Romane sind ebenfalls in deutschen Verlagen erschienen, zuletzt “Lutetias Geheimnisse” bei Blessing, wo im Herbst auch der nächste Titel erscheinen wird, “Das Bildnis der Baronin”.

Voilà, ein Homme de lettres, wie er im Buche steht.

Aus Der Freitag: Der Online-Reich-Ranicki

Sind Comics Literatur und lesen Sie selber Comics? Bernhard Wien

Nein, nein, nein.

Marcel Reich-Ranicki in seiner FAZ-Rubrik Fragen Sie Reich-Ranicki.

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Für MDR Sputnik hat mich die überaus sympathische Kollegin Sarah Tschernigow interviewt, Teile des Interviews waren in ihrem Beitrag über den Gratis Comic Tag zu hören.

Dieser Beitrag kann

Ich habe den Beitrag auch in den Bereich Audio/ Video übernommen.

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Via Comicguide, Ulrich Wick:

Wie einigen vielleicht bekannt ist, hat der BASTEI-Verlag seinen Verlagssitz von Bergisch Gladbach nach Köln verlegt. Am vergangenen Donnerstag war die “Housewarming-Party”, zu der Martin Hilland und ich eingeladen waren und zu der es in der nächsten Klubzeitung der BASTEI-Freunde auch einen Bericht mit Fotos geben wird.

In diesem Zusammenhang wurde das Comic-Archiv komplett in den Schredder befördert. Das heißt, nicht ganz. Alles im Zusammenhang mit SILBERPFEIL habe ich retten können, insbesondere die Druckfilme, denn hier brauche ich ja die Schwarzfilme als Vorlage.

Mehr dazu hier.

Unter heutigen Umständen eine absurde Entscheidung und natürlich eine Tragödie. Zwar betrifft die Vernichtungsaktion in erster Linie dritt- und viertklassiges Material (meist billig preiswert produzierte Comics zu TV-Serien, häufig exklusiv für Bastei hergestelltes Material etwa zu Heidi oder Biene Maja). Aber auch vereinzelte deutschsprachige Ausgaben von Marvel-Comics wie Ghost Rider oder Obskuritäten wie die in Eigenregie nur für Deutschland produzierten Lucky Luke-Comics von Peter Menningen und dem Studio Ortega haben vermutlich dran glauben müssen.

Comichistorisch am interessantesten von allen Bastei-Serien ist vermutlich die Felix-Serie. Die von Pat Sullivan nach der gleichnamigen Trickfilmreihe ab den 1920er Jahren gestalteten Comics gelten als surreale Klassiker. Als das amerikanische Material aufgebraucht war, ließ der Bastei-Verlag auch hier neue Geschichten exklusiv produzieren. Das von 1958 bis 1981 publizierte Felix-Heft zählt zu den langlebigsten und umfangreichsten deutschen Comicreihen.

Betroffen sind dem Vernehmen nach nicht nur archivierte Hefte, sondern auch alle Druckvorlagen, was zukünftige Reprints massiv erschweren wird. Dabei gewinnen gerade diese Reprints in Form von Luxusausgaben in der deutschen Comiclandschaft an Bedeutung – Nostalgie ist in einer sichtlich alternden Gesellschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Ein Überblick über sämtliche Bastei-Comicserien findet sich hier.

Via Thowi:

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Wochenkurier Leipzig, 24.02.2010

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Nächster Stammtisch 05.03. 2010!

Seine erste Abmahnwelle setzte noch auf Comics und deren Parodien, bevor er Computer und Internet als den großen Jackpot entdeckte. Er war tatsächlich beauftragt von Asterix-Zeichner Albert Uderzo, der offenbar weniger humorvoll war als von vielen angenommen. Zunächst ging es um fotokopierte oder in kleinen Auflagen verbreitete Asterix-Geschichten wie “Asterix und das Atomkraftwerk”, die mehr oder weniger verdeckt über Flohmärkte vertrieben wurden. Gravenreuth ging selbst als Testkäufer um und verschickte anschließend Abmahnungen.

Die ganze spannende Geschichte über den heute verstorbenen Anwalt Freiherr von Gravenreuth, den humorlosen Uderzo und die legendären Asterix-Polit-Comics hier.

Mehr zu Uderzo hier & hier.

Schon mal den 08.05.2010 vormerken!

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Ted Naifeh
Courtney Crumrin
Modern Tales

Andere Menschen fürchten sich im Dunkeln. Courtney dagegen ist die Art Mensch, vor der sich die Schatten fürchten.

Courtney ist das Gegenteil zu allen braven Mädchen. Sie lebt bei ihrem Onkel Aloysius, der ein Magier ist, und von dem sie sich einiges abgeguckt hat. Und das ist gut so, denn gleich hinter Onkel Aloysius’ Haus fängt ein tiefer Wald an, in dem schreckliche Monster hausen. Dahinter liegt der Eingang zum Reich des Zwielichtkönigs, in dem noch mehr Monster hausen. Und habe ich schon die Monster erwähnt, die von Aloysius’ Kollegen regelmäßig freigesetzt werden?

“COURTNEY CRUMRIN” ist eine düster-romantische Horrorserie über ein außergewöhnliches Mädchen in außergewöhnlichen Umständen. Mit viel Einfühlungsvermögen und schwarzem Humor zugleich beschreibt Ted Naifeh die Irrfahrten seiner Heldin, die sich regelmäßig dazu gezwungen sieht, für andere die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Alle Bände der Serie liegen auf deutsch vor.

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Jimmy Gownley
Amelia ist die Größte!
Comikat

Amelia ist … Amelia. Im Lauf des letzten Jahres ist sie in eine neue Stadt gezogen, wurde zum Superhelden, hat einen Ninja geküßt, war mal ganz kurz der Weihnachtsmann, und mußte ganz oft zum Direktor ihrer neuen Schule. Und das ist noch nicht einmal die halbe Geschichte.

“AMELIA IST DIE GRÖSSTE!” ist Jimmy Gownleys einfühlsame Slapstick-Serie über ein neunjähriges Mädchen mit manchmal zu viel Phantasie, vor allem aber einer unbändigen Lebenslust, die ihr hilft, sich nach der Scheidung ihrer Eltern in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden. Mit ihren Freunden schlägt sie sich durch ein normales Kleinstadt-Leben, das durch ihre Anwesenheit vollkommen ungewöhnlich wird. Von den Buchausgaben wurden in den USA eine Viertel Million Exemplare verkauft. Auf Deutsch erscheint die Serie fortlaufend bei Comikat.

Dieses Heft enthält eine exklusive Kurzgeschichte, die nirgendwo sonst zu finden ist!

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Mehr Informationen hier!

Deliege/ Piroton
Die Gifticks

Was war das eigentlich damals mit Rolf Kauka und den ganzen Winzfiguren in seinen Comicheften? Neben den Schlümpfen erschienen in Fix & Foxi und den zahlreichen Ablegerprodukten noch regelmäßig die Minimenschen, die nur unschwer als Schlümpfe-Rip-Off konzipierten 7 Schnuckel und die Gifticks. Allesamt gnomenhafte Gestalten von jeweils kaum handspannenhoher Größe.

War es einfach nur eine Vorliebe für winzige Figuren, oder zeigte sich darin ein David-Komplex des im Vergleich zu den Disney-Comicheften kommerziell und imagemäßig stets Zweiten Rolf Kauka?

Nachdem die Minimenschen bereits seit geraumer Zeit eine sauber durchkonzipierte Comic-Gesamtverwertung erfahren, schließen sich die Gifticks an. Der rührige Mirko Piredda, ehemaliger Zack-Chefredakteur und seit geraumer Zeit Betreiber seines eigenen Albenverlages, veröffentlicht sämtliche Comicgeschichten der in den siebziger Jahren von Paul Deliege und Arthur Piroton kreierten Figuren neu. Viel Material ist es nicht nicht – drei Bände á 112 Seiten decken alles ab.Es sind Comics aus Zeiten, in denen man Männer noch daran erkannte, dass sie wie Schlote rauchten und Frauen daran, dass sie dumme Fragen stellten, in denen Kinder noch im Wald spielten und man Sachen sagte wie “Potzteufel”. Kurz: es sind Geschichten aus einer gemütvolleren Zeit und sie haben seither ordentlich Staub und Patina angelegt. Deshalb vermag die Ruppigkeit der dereinst wohl als Anti-Schlümpfe konzipierten Gifticks auch nur noch bedingt zu begeistern. Ja, sicher, sie spielen mit Messern und Pistolen, planen die Weltherrschaft an sich zu reißen (Denkst du das Gleiche, was ich gerade denke, Pinky?) und überhaupt steckt kein Funken Sympathie für irgendetwas an ihnen.

Im damaligen Kontext der Comic-Knuddel-Figuren mag diese radikale Abkehr von jeglicher Liebenswürdigkeit und Herzigkeit faszinierend gewirkt haben. Aus heutiger Sicht kommen die Geschichten behäbig daher, wirken die Figuren blaß (zumal sich deliege mit sich selbst nicht ganz einig zu sein scheint, was seine drei Gnome nun alles können und wollen, und was nicht) und die Bedrohung durch sie konstruiert. In der Tat haben es die um einiges biedereren Schlümpfe aufgrund häufig hintergründigen Humors sehr viel besser geschafft, ihren Charme und ihre Frische zu bewahren.

So bleibt ein Viertel-Klassiker, nicht ganz uninteressant, aber auch nie wirklich mitreißend. (112 S.; € 27,50)

Mehr zu Mirko Pireddas Comics hier, hier, hier und hier. Eine Leseprobe zu den Gifticks auf der Seite des Verlages.

Giffen/ DeMatteis/ Watson
Hero Squared

Unter den wenigen nennenswerten Superhelden-Comics der Neunzigerjahre wird stets die Interpretation der Justice League von Keith Giffen und Jean-Marc DeMatteis herausragen: eine herrliche Serie über drittklassiger Helden, die mehr damit beschäftigt waren, sich gegenseitig vollzutexten als vertragsgemäß die Welt zu rennen. Es war der vielleicht erfolgreichste Ausflug der Superhelden-Comics in das Genre der Screwball-Comedy, und es dauerte fünf ganze Jahre und rund hundert Hefte, ehe DC den Stecker zog.

War damals alles erzählt? Seither gab es immerhin zwei kurze Wiederbelebungsversuche des damaligen Erfolgsrezeptes, und ein dritter steckt in den Startlöchern. Und auch Hero Squared scheint nicht viel anderes als eine Resteverwertung damaliger Ideen. Mit einem Unterschied: wo DC als großer Verlag damals noch ein paar respektable Zeichner hat springen laßen, müssen sich die Autoren beim Kleinverlag Boom! für Hero Squared mit dem begnügen, was übrig bleibt. Das war schon bei den ersten zehn oder so Heften der eher mäßig talentierte Joe Abraham, der sich dann auch noch selber inken mußte. Für die abschließende Trilogie wurde ein No-Name-Zeichner namens Nathan Watson engagiert, der seinen Vorgänger nochmal ordentlich untertrifft und die eigentlich ganz nette Serie um einen Filmfreak und dessen Doppelgänger aus einem anderen Universum, der in Wirklichkeit ein Superheld ist, eher unwürdig zu Ende bringt.

Aber an Watson allein liegt es nicht. Das Garn mit den interdimensionalen Verwicklunge ist abgespult und die Auflösung der Geschichte nur noch das nötige Aufräumen. Wie zwei Wonder Boys spulen Giffen und Matteis hier nochmal ein paar ihrer alten Dialog-Kunststückchen runter, mit Figuren, die zum Teil verblüffend jenen ähneln, die sie damals für die Justice League geschrieben haben. Und wie jede Reunionen, und wenn sie noch so geglückt ist, haftet auch dieser etwas Tragisches an: so gut wie früher wird’s nie wieder.