Diverse
Vampire
Es wäre ein leichtes, diese zwei Alben zu verdammen, weil sie auf der aktuellen Welle der Blutsauger-Bestseller von „Twilight“ bis „True Blood“ mitschwimmen. Doppelt leicht, weil auch sie letztlich Nebeneffekt eines Medienphänomens sind: es handelt sich um die Umsetzung von insgesamt sechs Episoden einer französischen TV-Serie (die mWn nie in Deutschland gelaufen ist), die auf sechs Novellen basiert, die wiederum im Auftrag der TV-Produktionsfirma entstanden sind, in die grafische Form. Schon für dieses adaptive Chaos gehört irgendein Verantwortlicher gebissen.
Aber andererseits: Dave McKean („Sandman“) hat die Cover gestaltet. Unter den Zeichnern finden sich durchaus illustre Namen wie Steve Lieber („Whiteout“). Und wenn man dem redaktionellen Beiwerk trauen darf, dann hatten die Autoren und Zeichner der sechs Episoden ziemlich freie Hand und waren nicht verpflichtet, den Vorgaben aus Novelle bzw. fertiger Episode sklavisch zu folgen.
Von Tommy Johnson hiess es, er habe seine Seele nachts auf einer Kreuzung dem Teufel verkauft, um den perfekten Blues spielen zu können. Das war in den Dreissigerjahren. Robert Johnson, nicht verwandt mit Tommy, erzählte die gleiche Geschichte von sich, um, fast genau zur gleichen Zeit, seine Musikerkarriere anzukurbeln. Beide gelten als zentrale Figuren des Delta Blues, der schwarzen Musik rund um das Mississippi-Delta.
Und natürlich hat dieser Kapitän Mors recht. Mit seinem Weltraumschiff „Meteor“ durchkreuzt er das Sonnensystem und findet dabei nicht nur totes Gestein, sondern vor allem jede Menge Aliens, auf dem Mars, der Venus und im Asteroidengürtel. Das war 1908, vielleicht auch eher, so genau weiß das heute keiner mehr, in der Groschenheft-Serie „Der Luftpirat“, erschienen in einer namenlosen Berliner Kleinverlag.
Das Genre des autobiographischen Comics, wie Pekar es erfand, bereicherte das Medium um eine weitere Komponente und gab ihm zwischen eskapistischen Machtfantasien, harmlosen Gags und barocken Kunsterzählungen die dringend benötigte Erdung zurück.
Für einen kurzen Moment ist nochmal alles in Ordnung. Die Schulkinder haben der alten Frau auf dem Außenklo einen Streich gespielt. Jetzt rennen sie fröhlich davon. Kindliche Euphorie und Einfachheit.
Er hat die Manga-Augen erfunden: Osamu Tezuka, der berühmteste japanische Comiczeichner. Ab 1947 gab er seinen Figuren diese großen, stets ein wenig feucht glänzenden Kulleraugen, aus denen sie staunend in die Welt schauten. Unzählige Künstler übernahmen dieses Stilmittel von ihm. Inzwischen findet es sich in so vielen japanischen Comics und Zeichentrickfilmen, dass viele fälschlicherweise glauben, sie wären alleiniges Merkmal japanischer Comics. In Deutschland wurden die Manga-Augen vor allem durch Trickfilmserien wie „Heidi“ ab den achtziger Jahren berühmt.
Wie leicht liesse sich diese Rezension mit Allgemeinplätzen füllen! Etwa der hier: Natürlich ist das Gras auf der anderen Seite des Zaunes immer grüner. Für Garulfo ist diese andere Seite des Zaunes die Menschengegend. Denn Garulfo ist ein Frosch, und als kleiner Hüpfer bewundert er die Menschen. Solange, bis er selbst einer wird.
Prostitution als Ausbruch aus einengenden Strukturen: schon Bunuel hat in seinem Film „Belle de Jour“ dieses Thema behandelt. Für seine Heldin, gespielt von Catherine Deneuve, ist der Weg ins Bordell ein Ausweg aus den bürgerlichen Verhaltensnormen und einem grundsätzlich als unbefriedigend empfundenen Leben.
In der Tat lässt sich am Comic wie an keinem anderen Medium der Wandel der Zeiten ablesen – von einem unbedingten Fortschrittsglauben zu einem hemmungslosen Zukunftsskeptizismus. 
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