Fast ein Jahrzehnt nach den ersten zwei Bänden findet die Comicadaption von Wolfgang Hohlbeins Endlosserie „Die Chronik der Unsterblichen“ eine Fortsetzung. Mit altem Autor, aber neuem Zeichner.

Da liegt ein Fluch über der Serie, die im Kern eine banale Nacherzählung von Wolfgang Hohlbeins gleichnamiger Fantasy-Serie ist. Vor einem Jahrzehnt supererfolgreich in Deutschland gestartet, brach die Umsetzung nach zwei Bänden (bzw. drei in Frankreich, wo der zweite Band gesplittet wurde) ab, weil man eben in Deutschland nicht von Comics leben kann – auch nicht mit generösen Vorschüßen des Verlags.

Grafisch stellten die ersten zwei Bände für Deutschland eine Offenbarung dar. Kummants Grafik lag eher an der Animation, waren bei aller Aufgeräumtheit detailiert und plastisch – einer der wenigen deutschen Zeichner, die sich nicht nur in der modernen frankobelgischen Comuctradition verorteten, sondern auch in deren Liga mitspielen konnten.

Inhaltlich war es… nun ja, Hohlbein. Unterm Strich ist die „Chronik“ der klassische „Highlander“-Plot über eine Bande mehr oder weniger schwer zu tötender Krieger, die sogar potentiell unsterblich werden können, wenn sie das Blut ihrer Blutgenossen trinken. Es kann nur einen geben, das verlangt die Logik der Situation… Sie wissen schon.

Die Fortsetzung – mit neuem Zeichner, aber gehabtem Skripter – greift die Handlung da auf, wo sie vor knapp acht Jahren liegen gelassen wurde. Inhaltlich ist es immer noch wenig mehr als die üblichen Versatzstücke aus Helden und Schurken, die man meist am Gesichtsausdruck und der Farbe der Kleidung auseinanderhält.

Diesmal allerdings gleich als Frankreich-Import, wo die Serie aufgrund des großen Erfolgs in Eigenregie fortgeführt wurde. Chaiko, was auch immer er bisher gemacht hat, gibt sich große Mühe, im Kummantschen Stil zu arbeiten, erreicht aber jenseits des Covers nicht dessen Eleganz in Bildausführung, vor allem aber Figurenkomposition und Mimik.

Das dürfte den flüchtigen Leser nicht stören, den an Effekten, Explosionen, Blutspritzern, prallen Decolletés und derlei mehr ist die Geschichte weiterhin reich. Und mehr als eine flüchtige Lektüre verlangt dieses Fantasy-Fast-Food nicht, das vom Verstand so schnell abgebaut wird, wie es verschlungen wird.

von Eckartsberg/ Chaiko
Die Chronik der Unsterblichen – Der Vampyr
Egmont Comic Collection, 56 S.; € 15,00

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