Am Samstag, den 12.05. ist wieder Gratis-Comic-Tag. Es ist eine gute Tradition in diesem Blog, einige der an diesem Tag verteilten Gratis-Comics vorab vorzustellen. Fangen wir an mit drei interessanten Comicserien aus Frankreich.

Joann Sfar
Die Katze des Rabbiners
(avant)

Die Katze des Rabbiners fraß den Papagei und konnte sprechen. Das ist nicht der Aufhänger zu einem Kinderbuch, sondern Anfang einer humorvollsten Geschichten über das Judentum, die je erzählt wurden.

Denn die Katze ist nicht nur eigensinnig, sondern auch überaus gebildet. Also liefert sich dieser Garfield mit Kabbala-Kenntnissen theologische Dispute mit den Gelehrten, streicht nachts über die Dächer der Stadt und verlangt lautstark nach seiner Bar-Mizwa ebenso wie nach Streicheleinheiten.

Fünf Alben der Serie liegen vor, sie gehören zu den besten Comics des vergangenen Jahrzehnts. Unbedingt empfehlenswert! (Stefan Pannor)

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Hubert & Kerascoet
Fräulein Rühr-mich-nicht-an
(Reprodukt)

Blanche, die Hauptfigur in „Fräulein Rühr-mich-nicht-an“ flieht ins Bordell: ihre Schwester wurde ermordet und sie vermutet den Mörder im Dunstkreis des Etablissements. Ausserdem weiss sie nicht, wohin sonst. Die Pointe: sie ist Jungfrau und will es auch bleiben.

Das hat verblüffende Ähnlichkeit mit einem Internatsroman. Hier wie dort können die Mädchen das Haus nicht verlassen, gibt es eine gestrenge Leiterin, spielen die Huren einander zum Teil äußerst gemeine Streiche, gibt es Freund- und Feindschaften.

Und wie der Internatsroman ist auch dieser Comic romantisch idealisierend. Die realen Probleme der Prostitution (Geschlechtskrankheiten, Vergewaltigung, Abhängigkeit und emotionale Verkrüppelung) finden nur am Rande Erwähnung. Öfter als nötig verlieren sich die Bilder in den reizvollen Dessous der Protagonistinnen. Amüsant, aber doch etwas fragwürdig. (Stefan Pannor)

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Leo
Aldebaran
(Epsilon)

Am Besten ist „Aldebaran“, wenn es nicht um Menschen geht. Das ist zum Glück leicht, denn – auch wenn das Cover es nicht vermuten lässt – es handelt sich um eine Science-Fiction-Serie.

Aber keine in der „Star Wars“-Tradition. Sondern eher im Geist von Moebius. Leo verknüpft im ersten Band dieser Serie eine mediterrane Menschheitskultur mit poetischen, sich auf elegante Weise der Logik entziehenden außerirdischen Wesen und Vorgängen.

Seine Menschen wirken im Gegensatz dazu steif und langweilig. Zum Glück kommt die recht konventionelle Handlung von „Aldebaran“ oft genug zum Stehen und Leo kann den Leser mit ein paar stillen Wundern erstaunen. (Stefan Pannor)

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Und wo gibt es diese Hefte? Hier.

Die Artikel zum Gratis-Comic-Tag 2012:

  • Alben
  • Funnies
  • Action
  • Indies
  • Helden und Verlierer
  • Anthologien
  • Die Artikel zum Gratis-Comic-Tag 2010:

  • Götter, Spötter, kleine Mädchen
  • Unter Indies
  • Die Artikel zum Gratis-Comic-Tag 2011:

  • Die Funnies
  • Die Fiesen
  • Fantasy & Science Fiction
  • Die Indies
  • 7 Responses to “Gratis-Comic-Tag 2012 (1): Alben”

    1. Stefan Pannor » Blog Archive » Gratis-Comic-Tag 2012 (3): Action says:

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    2. Stefan Pannor » Blog Archive » Gratis-Comic-Tag 2012 (4): Indies says:

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    4. Stefan Pannor » Blog Archive » Gratis-Comic-Tag 2012 (5): Helden und Verlierer says:

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    5. Stefan Pannor » Blog Archive » Gratis-Comic-Tag 2012 (6): Anthologien says:

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    6. Stefan Pannor » Blog Archive » Gratis-Comic-Tag 2013 (01) says:

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    7. Stefan Pannor » Blog Archive » Man bleibt unter sich. – Ein (Vorab-)Fazit zum Gratis Comic Tag 2014 says:

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