{"id":1606,"date":"2012-12-12T11:36:59","date_gmt":"2012-12-12T10:36:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pannor.de\/?p=1606"},"modified":"2012-12-12T11:36:59","modified_gmt":"2012-12-12T10:36:59","slug":"der-rest-vorm-fest-12-kimba-vs-gon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1606","title":{"rendered":"Der Rest vorm Fest (12): Kimba vs. Gon"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"twitterbutton\" style=\"display: block; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share\" class=\"twitter-share-button\" data-count=\"horizontal\" data-text=\"Der Rest vorm Fest (12): Kimba vs. Gon\" data-via=\"\" data-url=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1606\" data-lang=\"en\" data-related=\"DolcePixel:We make beautiful and sweet WordPress Themes\"><\/a><\/div><p><strong>Da war doch noch was. Mindestens vierundzwanzig Texte, die schon l\u00c3\u00a4ngst in diesem Blog stehen sollten, aus diesem oder jenem Grund aber nicht hier landeten. Als kleiner Weihnachtskalender finden sie jetzt Verwendung. Heute: ein K\u00c3\u00b6nig der L\u00c3\u00b6wen von Osamu Tezuka und ein rabiater Minisaurier von Masashi Tanaka.<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Comics mit Tieren sind meist eines von beidem: entweder Erz\u00c3\u00a4hlungen \u00c3\u00bcber vermenschlichte, micht mehr tierisch handelnde Tiere. Bekanntes Beispiel sind hier die diversen Disney-Comics um Donald Duck, Micky Maus &#038; Co. Oder es sind eher banale Fabeln, in denen Tiere den Retter aus der Not spielen, Vorbildern wie \u00e2\u20ac\u017eLassie\u00e2\u20ac\u0153 oder \u00e2\u20ac\u017eFlipper\u00e2\u20ac\u0153 folgend.<\/p>\n<p>Zwei Mangas geh\u00c3\u00b6ren zu den seltenen Ausnahmen. Beide sind nicht neu, liegen aber aktuell in einer Neuausgabe vor.<\/p>\n<p>Osamu Tezukas \u00e2\u20ac\u017eKimba\u00e2\u20ac\u0153 ist im Westen vor allem wegen der Anime-Serie bekannt, die auf dem Manga beruht und zu den ersten und erfolgreichsten japanischen Trickfilmserien im Westen geh\u00c3\u00b6rt. (Nebenbei war sie auch eine der Inspirationsquellen f\u00c3\u00bcr Disneys \u00e2\u20ac\u017eK\u00c3\u00b6nig der L\u00c3\u00b6wen\u00e2\u20ac\u0153.)<\/p>\n<p>Carlsen hat den Manga bereits vor einigen Jahren als kleine Taschenbuchversion ver\u00c3\u00b6ffentlicht. Die aktuelle Edition der L\u00c3\u00b6wen-M\u00c3\u00a4r ist dagegen deutlich gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178er, was dem Artwork zugute kommt. Tezuka hat diverse seiner Mangas durch sein Studio immer wieder \u00c3\u00bcberarbeiten lassen. Im vorliegenden Fall bedeutet das vor allem opulente Landschaftszeichnungen, die hier mehr Wirkung als im Taschenbuch entfalten.<\/p>\n<p>Inhaltlich steht die in den F\u00c3\u00bcnfzigerjahren entstandene Geschichte an der Schwelle vom naiven zum sich emanzipierenden Tezuka. Der Plot selbst ist simpel: das L\u00c3\u00b6wen-Waisenkind Kimba errichtet eine Tier-Zivilisation im Dschungel, die der reifer gewordene Kimba dann gegen Menschen und andere Tiere verteidigen muss.<\/p>\n<p>Wie in allen fr\u00c3\u00bchen Tezuka-Comics dominiert der Slapstick, die grafische Gestaltung ist unverkennbar an den Disney-Trickfilmen der Vorkriegszeit angelehnt. Allerdings ist der Plot ernster, und Tezuka scheint ihn auch ernster genommen zu haben: eindeutige \u00c3\u201eu\u00c3\u0178erungen gegen Tierhaltung, blindw\u00c3\u00bctige Jagd und Umweltverschmutzung belegen das.<\/p>\n<p>Das sollte man freilich nicht \u00c3\u00bcberbewerten. \u00e2\u20ac\u017eKimba, der weisse L\u00c3\u00b6we\u00e2\u20ac\u0153 ist eine naive, gelegentlich niedliche, ab und zu auch recht heftige Abenteuererz\u00c3\u00a4hlung f\u00c3\u00bcr Kinder, an manchen Stellen &#8211; etwa bei der Darstellung der Schwarzafrikaner &#8211; offensichtlich veraltet, nichtsdestotrotz vor allem ein Unterhaltungscomic.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eGon\u00e2\u20ac\u0153 dagegen ist kaum etwas f\u00c3\u00bcr Kinder. Bereits in den Neunzigerjahren ver\u00c3\u00b6ffentlichte Alpha Comics einige Episoden um den schlechtgelaunten Saurier, der sich, vermutlich als letzter seiner Artdurch die aufbl\u00c3\u00bchende S\u00c3\u00a4ugetiervielfalt des Kan\u00c3\u00a4ozoikums jagt, frisst und pr\u00c3\u00bcgelt.<\/p>\n<p>Die Geschichten sind heftig &#8211; naturgem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178 gibt es viele tote Tiere zu sehen &#8211; und folgen h\u00c3\u00a4ufig einem Strickmuster: Gon sieht etwas, will es haben und legt sich darum mit allen umliegenden Tieren ab.<\/p>\n<p>Hier ist es schade, dass Carlsen Manga den B\u00c3\u00a4nden kein gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178eres Format spendiert hat. Denn die Episoden beeindrucken vor allem durch eine ungeheuer naturalistische Darstellung des Tierlebens. Die Comics enthalten keinerlei Dialoge. <\/p>\n<p>So ist das detailierte Artwork allein Tr\u00c3\u00a4ger der Erz\u00c3\u00a4hlung. Vor allem aber ist es im Wortsinn ein Hingucker, eine Abfolge dynamischer, brachialer Actionsequenzen, in der Regel sehr slapstickhaft oder zumindest am Rande davon.<\/p>\n<p>Happy End wird nicht geg\u00c3\u00b6nnt. Gon bleibt als Tr\u00c3\u00a4ger der Handlung unnahbar und unsympathisch, eine ungew\u00c3\u00b6hnliche Figurendarstellung in einem Manga. Trotzdem ist alles gut ausgegangen: der Semi-Klassiker des Manga liegt seit kurzem erstmals vollst\u00c3\u00a4ndig in der Edition eines deutschen Verlages vor.<\/p>\n<p><strong>Verwandte Artikel:<\/strong><\/p>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=399\">&#8222;Kirihito&#8220; von Osamu Tezuka<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=451\">Osamu Tezuka: Der fleissigste Comiczeichner der Welt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=569\">Der Kitzel mit dem atomaren Trauma<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=705\">Die Maske in der Maske. &#8222;Pluto&#8220; von Naoki Urasawa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1296\">Buddha, blutig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1344\">Komm, wir machen uns was vor!<\/a><\/li>\n<p><strong>Der Rest vorm Fest:<\/strong><\/p>\n<p>01 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1509\">Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger<\/a><\/strong><br \/>\n02 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1512\">King Aroo<\/a><\/strong><br \/>\n03 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1521\">Comic Noir<\/a><\/strong><br \/>\n04 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1530\">Habibi<\/a><\/strong><br \/>\n05 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1535\">House of Mystery<\/a><\/strong><br \/>\n06 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1539\">Alan Moores Neonomicon<\/a><\/strong><br \/>\n07 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1545\">The Unwritten<\/a><\/strong><br \/>\n08 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1550\">Frostfeuer<\/a><\/strong><br \/>\n09 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1585\">Zahra&#8217;s Paradise<\/a><\/strong><br \/>\n10 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1588\">Spirou<\/a><\/strong><br \/>\n11 &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1592\">Johann &#038; Pfiffikus<\/a><\/strong><br \/>\n12<br \/>\n13<br \/>\n14<br \/>\n15<br \/>\n16<br \/>\n17<br \/>\n18<br \/>\n19<br \/>\n20<br \/>\n21<br \/>\n22<br \/>\n23<br \/>\n24<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/af5ba22476ce4fd5b130c946fdd878e7\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a class=\"FlattrButton\" style=\"display:none;\" href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=1606\" title=\" Der Rest vorm Fest (12): Kimba vs. Gon\" rev=\"flattr;uid:LNMUHR;language:de_DE;category:text;tags:Carlsen,Gon,Kimba,Manga,Tezuka,blog;button:compact;\">Da war doch noch was. 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