{"id":2144,"date":"2014-06-10T23:55:43","date_gmt":"2014-06-10T22:55:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pannor.de\/?p=2144"},"modified":"2014-08-19T22:51:18","modified_gmt":"2014-08-19T21:51:18","slug":"der-asterix-vor-asterix","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2144","title":{"rendered":"Der Asterix vor Asterix"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"twitterbutton\" style=\"display: block; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share\" class=\"twitter-share-button\" data-count=\"horizontal\" data-text=\"Der Asterix vor Asterix\" data-via=\"\" data-url=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2144\" data-lang=\"en\" data-related=\"DolcePixel:We make beautiful and sweet WordPress Themes\"><\/a><\/div><p><strong>&#8222;Asterix&#8220; kam nicht aus dem Nichts &#8211; seine Sch\u00c3\u00b6pfer, Rene Goscinny und Albert Uderzo, hatten zum Zeitpunkt seiner Sch\u00c3\u00b6pfung schon zehn Jahre Comics zusammen gemacht. Vieles davon gut, nichts so gut wie der kleine Gallier. Wo die Sollbruchstelle liegt und vor allem wieso, belegt eine Gesamtausgabe.<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/i\/umpahpah.jpg\" alt=\"\" \/><!--more-->Dass der Genius von \u00e2\u20ac\u017eAsterix\u00e2\u20ac\u0153 darin bestand, den frankobelgischen Comichelden zu dekonstruieren, noch ehe dieser richtig entstehen konnte \u00e2\u20ac\u201c ein kleines M\u00c3\u00a4nnlein statt eines gro\u00c3\u0178en Recken ins Zentrum der Erz\u00c3\u00a4hlung zu stellen \u00e2\u20ac\u201c ist eine Binsenweisheit. \u00e2\u20ac\u017eAsterix\u00e2\u20ac\u0153 wagte den Sprung von der Heldenerz\u00c3\u00a4hlung zu einer Geschichte \u00c3\u00bcber das einfache Volk (literarisch: von den Ideen eines Alexandre Dumas zu denen eines Victor Hugo).<\/p>\n<p>Auch dass dieser Geniestreich vorrangig auf den Autor Goscinny zur\u00c3\u00bcckzuf\u00c3\u00bchren ist, der ebenso in seinen anderen Serien (\u00e2\u20ac\u017eDer kleine Nick\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017eIsnogud\u00e2\u20ac\u0153) bevorzugt kleine und Antihelden inszenierte, ist altbekannt. Uderzo wollte immer einen gro\u00c3\u0178en Helden, auch in &#8222;Asterix&#8220;.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eUmpah-Pah\u00e2\u20ac\u0153 steht als solches exakt an der Bruchstelle, die einen hervorragenden Funny vom Geniestreich trennt. Die f\u00c3\u00bcnf Episoden der Serie entstanden kurz vor bzw. zeitweise parallel zu \u00e2\u20ac\u017eAsterix\u00e2\u20ac\u0153. Sie weisen ebenso viele Parallelen wie Unterschiede zum gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178eren, bekannteren Bruder auf.<\/p>\n<p>Einerseits ist alles schon da: das d\u00c3\u00b6rfliche Leben, in diesem Fall dargestellt durch ein Indianerlager. Die Besatzungsmacht, hier dargestellt durch diverse sich in Amerika bekriegende europ\u00c3\u00a4ische Armeen. Die skurillen Figuren. Die gro\u00c3\u0178en Reisen und kleinen Abenteuer. Sogar die gro\u00c3\u0178e finale Pr\u00c3\u00bcgelei.<\/p>\n<p>Aber das ist alles Hintergrundrauschen. Im Zentrum der Geschichte stehen der gro\u00c3\u0178e unbesiegbare Indianer Umpah-Pah und dessen zwar etwas tumberer, aber auch recht wackerer Kompagnon, der franz\u00c3\u00b6sische Leutnant von T\u00c3\u00a4ne. An diesen beiden Figuren steht und f\u00c3\u00a4llt die kurze Serie. Sie f\u00c3\u00a4llt \u00c3\u00b6fter. <\/p>\n<p>Da ist alles noch sehr auf Abenteuer ausgerichtet. Das satirische Element, obwohl vorhanden, tr\u00c3\u00a4gt nicht, sondern tr\u00c3\u00a4gt nur bei. Die beiden Hauptfiguren bleiben dem Leser fremd, obwohl sie sympathisch sind. Weil sie zu stark, zu unbesiegbar, zu eindeutig Held sind.<\/p>\n<p>Dabei ist \u00e2\u20ac\u017eUmpah-Pah\u00e2\u20ac\u0153 kein schlechter Comic. Im Gegenteil, es ist ein au\u00c3\u0178ergew\u00c3\u00b6hnlich guter Funny. Der Slapstick-Humor ist hinreissend. Uderzo, der zur selben Zeit bei \u00e2\u20ac\u017eAsterix\u00e2\u20ac\u0153 noch ein wenig schw\u00c3\u00a4chelte, ist hier grafisch voll ausgereift, elegant, dynamisch, detailverliebt und naturnah. Vielleicht, weil er sich bei den Indianergeschichten mit einem klar definierten simplen Helden einfach noch wohler f\u00c3\u00bchlte.<\/p>\n<p>Man kann es darum auch anders sagen: \u00e2\u20ac\u017eUmpah-Pah\u00e2\u20ac\u0153 ist, wie \u00e2\u20ac\u017eAsterix\u00e2\u20ac\u0153 ausgesehen h\u00c3\u00a4tte, wenn es nach Uderzo gegangen w\u00c3\u00a4re. Dass der Plot der Episoden sich zum Schluss immer mehr dem Grundmuster der \u00e2\u20ac\u017eAsterix\u00e2\u20ac\u0153-Abenteuer ann\u00c3\u00a4herte, nur um dann \u00e2\u20ac\u201c aus genau diesem Grund? &#8211; unvermittelt abzubrechen, ist ein weiteres Puzzlest\u00c3\u00bcck in dieser faszinierenden Geschichte von einem Comic, der ist, wie ein anderer Comic h\u00c3\u00a4tte sein k\u00c3\u00b6nnen. Und darum zu existieren aufh\u00c3\u00b6rte.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eUmpah-Pah\u00e2\u20ac\u0153 ist Fragment geblieben. Das sollte nicht abhalten, ihn zu lesen. Dabei braucht man die Neuausgabe nicht zwingend. Fast alles findet sich bereits in fr\u00c3\u00bcheren Editionen. Fast alles? Ein reizender One-Pager mit der Ank\u00c3\u00bcndigung neuer Episoden hat hier erstmal den Weg in die Buchausgabe gefunden, ebenso diverse Originalcover zum Magazinabdruck der Serie, kleinere Skizzen, Entw\u00c3\u00bcrfe und Abbildungen zum Merchandise.<\/p>\n<p>Das ist wenig Neues. Aber es ist sch\u00c3\u00b6n zu haben. \u00e2\u20ac\u017eUmpah-Pah\u00e2\u20ac\u0153 ist ein Kleinod des franz\u00c3\u00b6sischen Comics, der durch seinen gro\u00c3\u0178en Bruder \u00e2\u20ac\u017eAsterix\u00e2\u20ac\u0153 an Faszination gewinnt, grade weil er sich mit ihm nicht messen kann. Seltsam, aber so steht es geschrieben.<\/p>\n<p><em>Egmont, 192 S.; \u00e2\u201a\u00ac 25,00<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/25524cfed77546e59716eab01b090524\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a class=\"FlattrButton\" style=\"display:none;\" href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2144\" title=\" Der Asterix vor Asterix\" rev=\"flattr;uid:LNMUHR;language:de_DE;category:text;tags:Asterix,Goscinny,Obelix,Uderzo,Umpah-Pah,blog;button:compact;\">&#8222;Asterix&#8220; kam nicht aus dem Nichts &#8211; seine Sch\u00c3\u00b6pfer, Rene Goscinny und Albert Uderzo, hatten zum Zeitpunkt seiner Sch\u00c3\u00b6pfung schon zehn Jahre Comics zusammen gemacht. 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