{"id":215,"date":"2008-08-25T15:40:35","date_gmt":"2008-08-25T14:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pannor.de\/?p=215"},"modified":"2008-10-17T21:46:41","modified_gmt":"2008-10-17T20:46:41","slug":"post-aus-auschwitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pannor.de\/?p=215","title":{"rendered":"Post aus Auschwitz (Nachtrag zum Fall Dinah Babbitt)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"twitterbutton\" style=\"display: block; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share\" class=\"twitter-share-button\" data-count=\"horizontal\" data-text=\"Post aus Auschwitz (Nachtrag zum Fall Dinah Babbitt)\" data-via=\"\" data-url=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=215\" data-lang=\"en\" data-related=\"DolcePixel:We make beautiful and sweet WordPress Themes\"><\/a><\/div><p>Vor \u00c3\u00bcber einer Woche erschien <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/literatur\/0,1518,571980,00.html\">dieser Artikel<\/a> \u00c3\u00bcber Dinah Babbitts Bilder f\u00c3\u00bcr den Auschwitzer &#8222;Todesengel&#8220; Mengele. Dem voraus gegangen war eine l\u00c3\u00a4ngere Recherche, u.a. telefonisch nach New York, aber auch der Versuch, die Gedenkst\u00c3\u00a4tte Auschwitz zu dieser Sache zu befragen. Nach sehr langem fruchtlosen Versuchen blieb mir nur, folgenden Satz zu schreiben:<\/p>\n<blockquote><p> SPIEGEL ONLINE erreichte die Gedenkst\u00c3\u00a4tte Auschwitz-Birkenau weder telefonisch noch per Mail f\u00c3\u00bcr ein Statement zur Sache.<\/p><\/blockquote>\n<p>Heute erreichte mich folgende Antwortmail (ohne Betreff und namentlich nicht gezeichnet) der Gedenkst\u00c3\u00a4tte, die ich unver\u00c3\u00a4ndert und unkommentiert wiedergebe:<\/p>\n<blockquote><p> Als Antwort auf Ihre E-mail vom 14.08.2008 schicken wir Ihnen den<br \/>\nStandpunkt des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau in Oswiecim zu den<br \/>\nSinti und Roma-Portr\u00c3\u00a4ts von Frau Dina Gottliebova-Babbitt:<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eDas Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau in O\u00c5\u203awi\u00c4\u2122cim m\u00c3\u00b6chte sein tiefes<br \/>\nVerst\u00c3\u00a4ndnis f\u00c3\u00bcr viele Emotionen ausdr\u00c3\u00bccken, die die Sache der<br \/>\nAquarellportr\u00c3\u00a4ts von Dinah Gottliebova-Babbitt ausl\u00c3\u00b6st, sowie f\u00c3\u00bcr alle<br \/>\nehrlichen Intentionen derjenigen Personen, die sich in diese Sache<br \/>\nengagiert haben.<br \/>\nDas Museum m\u00c3\u00b6chte aber feststellen, dass die in den Briefen mit den<br \/>\nUnterst\u00c3\u00bctzungen oder in manchen Medienberichten in der ganzen Welt<br \/>\ndargestellte Situation der Wahrheit nicht entspricht. Wir betonen die<br \/>\nwesentliche Tatsache, dass die von Frau Gottliebova-Babbitt gemalte<br \/>\nPortr\u00c3\u00a4ts der Sinti und Roma niemals in ihrem Besitz waren. Sie wurden auf<br \/>\nBefehl und f\u00c3\u00bcr den SS-Hauptsturmf\u00c3\u00bchrer Dr. Joseph Mengele als Material f\u00c3\u00bcr<br \/>\nseine pseudowissenschaftliche Untersuchungen zum Thema der k\u00c3\u00b6rperlichen<br \/>\n\u00c3\u201ehnlichkeiten der aus verschiedenen L\u00c3\u00a4ndern stammenden Sinti und Roma<br \/>\nausgef\u00c3\u00bchrt. Die Portr\u00c3\u00a4tierten wurden von niemandem nach ihrer Einwilligung<br \/>\ngefragt, und die Portr\u00c3\u00a4ts wurden zwangsweise angefertigt.<br \/>\nIm diesem Zusammenhang sollen zwei verschiedene Fragen unterschieden<br \/>\nwerden: das Eigentumsrecht und die Autorenrechte, die mit diesen Bildern<br \/>\nverbunden sind. Zweifellos geh\u00c3\u00b6ren die letzten an Frau Dinah<br \/>\nGottliebova-Babbitt. So war und ist die Stellungnahme des Museums. Frau<br \/>\nGottliebova-Babbitt war aber niemals die Besitzerin dieser Bilder und<br \/>\ndeshalb besteht keine M\u00c3\u00b6glichkeit, sie ihr abzugeben.<br \/>\nDerzeit spielen die Aquarellbilder eine wichtige Dokumentations- und<br \/>\nBildungsrolle als Teil der kostenfreien, im Block Nr. 13 pr\u00c3\u00a4sentierten<br \/>\nStammausstellung, die der Vernichtung der Sinti und Roma im KL<br \/>\nAuschwitz-Birkenau gewidmet ist. Die oben genannten Werke werden auch in<br \/>\nverschiedenen Bildungsprojekten, Ver\u00c3\u00b6ffentlichungen und wissenschaftlichen<br \/>\nBearbeitungen ausgenutzt. Die Auswertung dieser Werke hatte und hat keinen<br \/>\nkommerziellen Charakter, weil unser Museum die Autorenrechte von Frau<br \/>\nGottliebova-Babbitt v\u00c3\u00b6llig beachtet und die Frage der Entscheidung im<br \/>\nZusammenhang mit den Bedingungen der Auswertung der Bilder in<br \/>\nverschiedenen Ver\u00c3\u00b6ffentlichungen oder Dokumentarfilmen geh\u00c3\u00b6rt immer zu der<br \/>\nAutorin.<br \/>\nIn moralischer Hinsicht repr\u00c3\u00a4sentiert das Museum die Stellungnahme des<br \/>\nInternationalen Auschwitzer Rates, der Verb\u00c3\u00a4nde der Sinti und Roma und der<br \/>\nehemaligen H\u00c3\u00a4ftlinge. Wir meinen, dass Dokumente dieser Art, wie die oben<br \/>\ngenannten Bilder, keine gew\u00c3\u00b6hnliche Objekte zum privaten Gebrauch werden<br \/>\nsollen. Andernfalls k\u00c3\u00b6nnte die nicht grosse Zahl der erhaltenen Zeugnisse<br \/>\ndes V\u00c3\u00b6lkermordes \u00e2\u20ac\u201c der Originalexponate \u00e2\u20ac\u201c verteilt werden, und die<br \/>\nauthentischen Orte der Vorfolgungen w\u00c3\u00bcrden seine einzigartige Bedeutung<br \/>\nverlieren.<br \/>\nDie Aquarellbilder, die die in hiesigen Gaskammern get\u00c3\u00b6teten Sinti und<br \/>\nRoma darstellen, tragen weit umfassend zur Erhaltung des Andenkens und des<br \/>\nBewu\u00c3\u0178tseins \u00c3\u00bcber die Vernichtung der Sinti und Roma bei, dadurch auch<br \/>\naller, die zum Opfer des V\u00c3\u00b6lkermordes wurden. Die Stellungnahme der Sinti<br \/>\nund Roma-Organisationen ist in diesem Fall einm\u00c3\u00bctig und die Frage der oben<br \/>\ngenannten Bilder und seine Pr\u00c3\u00a4sentierung im Museum ist f\u00c3\u00bcr sie von<br \/>\nvorr\u00c3\u00a4ngiger Bedeutung. In diesem Zusammenhang sollen sie am Ort bleiben,<br \/>\nwo sie entstanden sind, wo sie am lautesten sprechen und die Rolle eines<br \/>\nDokuments spielen, das sich mit einer Kopie nicht ersetzen l\u00c3\u00a4sst.\u00e2\u20ac\u009d<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a class=\"FlattrButton\" style=\"display:none;\" href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=215\" title=\" Post aus Auschwitz (Nachtrag zum Fall Dinah Babbitt)\" rev=\"flattr;uid:LNMUHR;language:de_DE;category:text;tags:blog;button:compact;\">Vor \u00c3\u00bcber einer Woche erschien dieser Artikel \u00c3\u00bcber Dinah Babbitts Bilder f\u00c3\u00bcr den Auschwitzer &#8222;Todesengel&#8220; Mengele. Dem voraus gegangen war eine l\u00c3\u00a4ngere Recherche, u.a. telefonisch nach New York, aber auch...<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor \u00c3\u00bcber einer Woche erschien dieser Artikel \u00c3\u00bcber Dinah Babbitts Bilder f\u00c3\u00bcr den Auschwitzer &#8222;Todesengel&#8220; Mengele. 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