{"id":2283,"date":"2014-12-12T00:48:23","date_gmt":"2014-12-11T23:48:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pannor.de\/?p=2283"},"modified":"2014-12-18T12:28:59","modified_gmt":"2014-12-18T11:28:59","slug":"und-sonst-so-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2283","title":{"rendered":"Und sonst so? (Teil 1)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"twitterbutton\" style=\"display: block; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share\" class=\"twitter-share-button\" data-count=\"horizontal\" data-text=\"Und sonst so? (Teil 1)\" data-via=\"\" data-url=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2283\" data-lang=\"en\" data-related=\"DolcePixel:We make beautiful and sweet WordPress Themes\"><\/a><\/div><p><strong>Jedes Jahr w\u00c3\u00a4hlt eine Kritikerjury f\u00c3\u00bcr den Tagesspiegel die <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/comics\/die-tagesspiegel-jury-hat-entschieden-die-besten-comics-des-jahres\/11102762.html\">Comics des Jahres<\/a>. Ich geh\u00c3\u00b6re zur Jury. Jedes Jahr stellt sich nicht so sehr die Frage, welche f\u00c3\u00bcnf B\u00c3\u00bccher auf die pers\u00c3\u00b6nliche Bestenliste kommen. Sondern welche zehn, f\u00c3\u00bcnfzehn, zwanzig Titel es nicht schaffen.<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Ich habe das zuletzt immer mit dem Abziehen eines Pflasters verglichen. Man kann noch eine ganze Weile werten und hadern und gr\u00c3\u00bcbeln und gewichten und neugewichten &#8212; bei mir auf dem Tisch liegt dennoch dieser meist sehr gro\u00c3\u0178e Stapel Comics, aus dem man f\u00c3\u00bcnf Beste extrahieren soll. Also macht man besser irgendwann schnell und radikal. Der \u00c3\u0153berhang muss weg.<\/p>\n<p>Man bereut es ja am n\u00c3\u00a4chsten Tag sowieso. Denn alle anderen Titel h\u00c3\u00a4tten ebenso einen Top-5-Platz verdient. H\u00c3\u00a4tte man nicht doch besser den&#8230;? Oder den anderen&#8230;?<\/p>\n<p>Es gibt keine ideale Entscheidung. Hier einige Titel, die auch auf dem Tisch lagen und es mit Fug und Recht ganz genauso verdient h\u00c3\u00a4tten, in meine vorderen F\u00c3\u00bcnf zu kommen. Vollkommen ungeordnet.<\/p>\n<p><strong>Petteri Tikkanen<br \/>\nBlitzkrieg der Liebe <\/strong>(Avant)<\/p>\n<p>Liebe, lange Haare und die Ramones \u00e2\u20ac\u201c eine semiautobiografische Geschichte des enfant terrible Tikkanen, der, wenn er nicht superz\u00c3\u00a4rtliche Comics zeichnet, als brutale Metal-Parodie auf B\u00c3\u00bchnen rumbr\u00c3\u00bcllt. Die Nicht-Liebesgeschichte von Eero und Kanerva ist melancholisch, gleichzeitig hochkomisch, eng verwoben mit der Geschichte Finnlands und des Punk, hochpolitisch und trotzdem global verst\u00c3\u00a4ndlich.<\/p>\n<p><strong>Ralf K\u00c3\u00b6nig<br \/>\nBarry Hoden \u00e2\u20ac\u201c Im Weltall h\u00c3\u00b6rt dich keiner grunzen<\/strong> (M\u00c3\u00a4nnerschwarm)<\/p>\n<p>Wir habens verstanden: bei Rowohlt ver\u00c3\u00b6ffentlicht K\u00c3\u00b6nig die eher verkopfteren Stoffe, bei M\u00c3\u00a4nnerschwarm die Sachen aus dem Bauch. \u00e2\u20ac\u017eBarry Hoden\u00e2\u20ac\u0153, tats\u00c3\u00a4chlich sogar Spin-off des bei Rowohlt erschienenen Bandes \u00e2\u20ac\u017eRaumstation Sehnsucht\u00e2\u20ac\u0153 ist ganz Bauchding, eine br\u00c3\u00bcllend komische Parodie auf und Liebeserkl\u00c3\u00a4rung an die Science Fiction. Der Spa\u00c3\u0178, den K\u00c3\u00b6nig bei seiner tats\u00c3\u00a4chlich supertrashigen Geschichte um Pimmelraumschiffe und behaarte Testosteron-Aliens hatte, \u00c3\u00bcbertr\u00c3\u00a4gt sich m\u00c3\u00bchelos auf den Leser, die Genre-Zitate und bei aller Trashigkeit emotionale Ernsthaftigkeit (es ist immerhin eine Liebesgeschichte) runden Hodans vermutlich einmaligen Weltraumausflug ab.<\/p>\n<p><strong>Sascha W\u00c3\u00bcstefeld\/ Ulf Graupner<br \/>\nDas Upgrade 3<\/strong> (Graufeld)<\/p>\n<p>Graupner und W\u00c3\u00bcstefeld wollen dem Leser auch nach drei B\u00c3\u00a4nden noch nicht sagen, worum es geht, aber vermutlich wohl um alles: teleportierende FDJler, Surfrock, Sex, Drogen und Tod. Vermutlich spielt jedes einzelne Panel eine Rolle in einem gewaltigen Puzzle, aber auch wenn man das Bild beim Lesen noch nicht klar hat: es macht einfach riesengro\u00c3\u0178en Spa\u00c3\u0178. Zumal Graupner und W\u00c3\u00bcstefeld mit atemberaubenden Bildkompositionen und Querverweisen aus gef\u00c3\u00bchlt der gesamten Popkultur dahin gehen, wo keine deutschen Comiczeichner vor ihnen waren.<\/p>\n<p><strong>Mari Yamazaki<br \/>\nPIL <\/strong>(Carlsen)<\/p>\n<p>Au\u00c3\u0178enseiter in der normierten japanischen Gesellschaft zu sein muss die H\u00c3\u00b6lle sein Yamazakis Geschichte, wie sie sich in den Siebzigern der fr\u00c3\u00bchen Punkbewegung anschlo\u00c3\u0178 und die Haare kurz schor ist wohl in Teilen autobiografisch, hier aber verwoben mit einem ungew\u00c3\u00b6hnlichen, vermutlich fiktiven Generationskonflikt: dem Zusammenleben mit dem Gro\u00c3\u0178vater, der in vieler Hinsicht politisch und sozial verst\u00c3\u00a4ndiger ist als die junge Punkerin und ihr genau darum alle Steine aus dem Weg r\u00c3\u00a4umt, damit sie sein kann wie sie ist. Der auf die gleichnamige Band verweisende Titel ist nat\u00c3\u00bcrlich kein Zufall. Eine wundersch\u00c3\u00b6ne Geschichte dar\u00c3\u00bcber, wie der Punk nach Japan kam und was dort mit ihm passierte.<\/p>\n<p>&#8212;> zu <a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2287\"><strong>TEIL 2<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/299ac636e6f44bb19a81e649a34f870b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a class=\"FlattrButton\" style=\"display:none;\" href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2283\" title=\" Und sonst so? (Teil 1)\" rev=\"flattr;uid:LNMUHR;language:de_DE;category:text;tags:blog;button:compact;\">Jedes Jahr w\u00c3\u00a4hlt eine Kritikerjury f\u00c3\u00bcr den Tagesspiegel die Comics des Jahres. Ich geh\u00c3\u00b6re zur Jury. 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