{"id":2471,"date":"2016-06-03T13:44:20","date_gmt":"2016-06-03T12:44:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pannor.de\/?p=2471"},"modified":"2016-06-03T13:44:20","modified_gmt":"2016-06-03T12:44:20","slug":"duck-oder-nicht-duck-duckspeares-gesammelte-werke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2471","title":{"rendered":"Duck oder nicht Duck &#8211; Duckspeares gesammelte Werke"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"twitterbutton\" style=\"display: block; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share\" class=\"twitter-share-button\" data-count=\"horizontal\" data-text=\"Duck oder nicht Duck &#8211; Duckspeares gesammelte Werke\" data-via=\"\" data-url=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2471\" data-lang=\"en\" data-related=\"DolcePixel:We make beautiful and sweet WordPress Themes\"><\/a><\/div><p><strong>Naheliegend: zum Shakespeare-Jahr eine Kollektion Disneyscher Shakespeare-Comics. Verbl\u00c3\u00bcffend: es sind doch recht wenige. Kann man erkl\u00c3\u00a4ren, warum?<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Literarische Werke zu disneyfizieren, hat vor allem in Italien Tradition, wo der ungeheure Hunger einer Vielzahl von seitenstarken Publikationen schnell dazu f\u00c3\u00bchrte, sich aus allen verf\u00c3\u00bcgbaren Quellen beim Finden neuer Plots zu bedienen.<\/p>\n<p>Seinen Ursprung hat das, wie Vieles in den italienischen Comics, bei Floyd Gottfredson, der in seinen Strips der Dreissiger- und Vierzigerjahre schon Hommagen an Robin Hood und Robinson Crusoe produzierte. Anders als bei dem relativ selbst\u00c3\u00a4ndigen barks verortete Gottfredson seine Comics damit in einem gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178eren kulturellen Raum, dessen innere Vibrationen er aufgriff und denen er folgte.<\/p>\n<p>Von den zur Verf\u00c3\u00bcgung stehenden Quellen f\u00c3\u00bcr Adaptionen (praktisch die ganze Weltliteratur, sofern das Urheberrecht auf sie abgelaufen ist) ist Shakespeare sicher der am wenigsten zug\u00c3\u00a4ngliche. Nicht nur wegen der Sprache, die zwangsl\u00c3\u00a4ufig vereinfacht werden muss in einer Comicadaption, die sich an Leser eines viel breiteren Altersspektrum richtet als die originalen St\u00c3\u00bccke des Briten.<\/p>\n<p>Sondern vor allem, weil in den komplexen Plots ungeheuer viel gestorben wird. Der Tod ist immer noch ein Tabuthema in Disney-Comics, an das nur selten ger\u00c3\u00bchrt wird. Wer Shakespeare adaptiert, muss also entweder auf jene St\u00c3\u00bccke zur\u00c3\u00bcckgreifen, in denen nicht gestorben wird (&#8222;Ein Sommernachtstraum&#8220;) oder sich mehr oder weniger kreativ um das Sterben herummogeln.<\/p>\n<p>Wie sehr das mi\u00c3\u0178gl\u00c3\u00bccken kann, sehen wir im vorliegenden Band bei &#8222;Don Romuel und Julia&#8220;. Die Geschichte reduziert nicht nur den ganzen zugrundeliegenden Konflikt auf zw\u00c3\u00b6lf Seiten. Sie bietet auch ein Happy-end, das mehr als erzwungen ist.<\/p>\n<p>Dass es gl\u00c3\u00bccken kann, zeigt dagegen der bereits erw\u00c3\u00a4hnte &#8222;Sommernachtstraum&#8220;, hier als &#8222;Zaubereien im Elfenwald&#8220; nicht nur angenehm genau auf das bestehende Figurenpersonal der Ducks eingerichtet, sondern von Peter Daibenzeiher auch mit einer Vielzahl Shakespeare-Zitate und sprachlicher Parodien \u00c3\u00bcbersetzt.<\/p>\n<p>Wie sowieso so vieles in Disney-Comics mit der \u00c3\u0153bersetzung steht oder f\u00c3\u00a4llt. Gudrun Penndorf, der wir auch die &#8222;Asterix&#8220;-\u00c3\u0153bersetzungen verdanken, macht aus dem Duck-Hamlet einen burlesken Minnegesang. Und andererseits: &#8222;Romussel und Gloria&#8220; (noch eine &#8222;Romeo und Julia&#8220;-Adaption) scheint nicht einmal zu bemerken, dass es in shakespearscher Tradition steht, so \u00c3\u00b6d und fad ist der Text.<\/p>\n<p>Der Untertitel verspricht &#8222;Duckspeares gesammelte Werke&#8220;. Der Band ist mit zweihundertf\u00c3\u00bcnfzig Seiten relativ schmal. Sollte es sich dabei tats\u00c3\u00a4chlich um die Gesamtheit aller Shakespeare-Adaptionen handeln, kann man annehmen, dass den Comic-Autoren die Probleme selbst bewusst sind. <\/p>\n<p>Shakespeare, der auf der B\u00c3\u00bchne und im Film unentrinnbar ist und seinen Nachhall selbst noch in modernen Fernsehserien wie &#8222;Sons of Anarchy&#8220; hat,  entzieht sich der Comic-Adaption (mir sind auch abseits von Disney kaum brauchbaren Adaptionen bekannt, allerh\u00c3\u00b6chstens Neil Gaimans Shakespeare-Episoden im &#8222;Sandman&#8220;). Dass die Geschichten in diesem Band nur in geringer Zahl zu \u00c3\u00bcberzeugen wissen, kann man also weniger den Machern der Comics vorwerfen &#8211; es scheint ein grundlegendes Problem mit Shakespeare zu sein.<\/p>\n<p><em>Diverse<br \/>\nDuck oder nicht Duck &#8211; Duckspeares gesammelte Werke<br \/>\nEgmont, 256 S.; \u00e2\u201a\u00ac19,90<\/em><\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a class=\"FlattrButton\" style=\"display:none;\" href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2471\" title=\" Duck oder nicht Duck &#8211; Duckspeares gesammelte Werke\" rev=\"flattr;uid:LNMUHR;language:de_DE;category:text;tags:Daibenzaiher,Disney,Shakespeare,blog;button:compact;\">Naheliegend: zum Shakespeare-Jahr eine Kollektion Disneyscher Shakespeare-Comics. Verbl\u00c3\u00bcffend: es sind doch recht wenige. Kann man erkl\u00c3\u00a4ren, warum?<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naheliegend: zum Shakespeare-Jahr eine Kollektion Disneyscher Shakespeare-Comics. 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