{"id":2528,"date":"2016-07-30T19:00:26","date_gmt":"2016-07-30T18:00:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pannor.de\/?p=2528"},"modified":"2016-07-30T19:01:06","modified_gmt":"2016-07-30T18:01:06","slug":"es-war-einmal-eine-katze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2528","title":{"rendered":"Es war einmal eine Katze"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"twitterbutton\" style=\"display: block; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share\" class=\"twitter-share-button\" data-count=\"horizontal\" data-text=\"Es war einmal eine Katze\" data-via=\"\" data-url=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2528\" data-lang=\"en\" data-related=\"DolcePixel:We make beautiful and sweet WordPress Themes\"><\/a><\/div><p><strong>&#8222;Billy the Cat&#8220; kennt man &#8211; naja, ein wenig: als okay erfolgreiche Trickfilmserie. Die der Serie zugrundeliegenden Comics waren in Deutschland immer ein Flop. Eine Gesamtausgabe versucht sich trotzdem an der Publikation des umfangreichen Materials.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Gerne wird der derzeitige Hang, frankobelgische Alben nicht mehr einzeln, sondern als sogenannte &#8222;Gesamtausgaben&#8220; zu vermarkten, als Chance gesehen, seltenes und unbekanntes Material zu ver\u00c3\u00b6ffentlichen.<\/p>\n<p>Dabei sind die Editionen nach immer dem gleichen Schema konzipiert: drei bis vier Alben, erg\u00c3\u00a4nzt um mehr oder minder kenntnisreiche Vorworte. Relevant ist der h\u00c3\u00b6here Preis, den man f\u00c3\u00bcr die umfangreicheren Editionen nehmen kann, und der selbst weniger rentable Titel theoretisch wieder rentabel macht.<\/p>\n<p>Aber nat\u00c3\u00bcrlich stimmt das so nicht. Erfolg hat auf dem deutschen Comicmarkt, was schon immer Erfolg hatte, das sind vor allem Asterix, Lucky Luke, Tim &#038; Struppi und die lustigen Taschenb\u00c3\u00bccher. Nicht zuf\u00c3\u00a4llig begegnen uns diese Titel immer wieder in verschiedensten Editionen, gefolgt von Neueditionen ebenfalls bereits seit Jahrzehnten lancierter Titel: Blueberry, Yoko Tsuno und viele mehr.<\/p>\n<p>&#8222;Billy the Cat&#8220; ist in gewisser Weise eine Ausnahme, denn die Serie war in Deutschland erfolgreich &#8211; aber nicht als Comic. Tats\u00c3\u00a4chlich waren sowohl Egmont (drei Alben) wie Carlsen (5 Alben, davon die drei bei Egmont erneut, zwei Kurzgeschichten) daran gescheitert, das gesamte Material (11 Alben und diverse Kurzgeschichten) zu publizieren.<\/p>\n<p>Gleichzeitig, also um die Jahrtausendwende herum, lief durchaus mit Erfolg die Trickfilmserie im Kika. Die nahm sich einige Freiheiten bei der umsetzung des Originalmaterials, und vielleicht scheiterten die Comics ja genau an dieser inhaltlichen Differenz zu den Fernsehfolgen.<\/p>\n<p>Oder die Comics waren einfach zu d\u00c3\u00bcster. Zumindest zu Beginn ist der Stoff durchaus nihilistisch und ziemlich erwachsen: der R\u00c3\u00bcpel Billy stirbt bei einem Unfall und wird zur Strafe f\u00c3\u00bcr sein schlechtes Benehmen zur\u00c3\u00bcck auf die Erde geschickt &#8211; als Katze.<\/p>\n<p>Das Thema Tod ist selten in der Kinderliteratur, als Astrid Lindgren es in &#8222;Die Br\u00c3\u00bcder L\u00c3\u00b6wenherz&#8220; ansprach, provozierte sie damit einen veritablen Skandal. Auch hier angesprochene Themen wie Wiedergeburt, Obdachlosigkeit, Armut und Kriminalit\u00c3\u00a4t (denn Billy ger\u00c3\u00a4t in einen hexenkessel obdachloser und krimineller Tiere) entspricht nicht eben dem Klischee niedlicher und moralisch sauberer Kindercomics.<\/p>\n<p>Wohl nicht zuletzt deshalb wurden die nihilistischen Anteile der Handlung im Lauf der Serie zur\u00c3\u00bcckgeschraubt. Sp\u00c3\u00a4testens ab dem f\u00c3\u00bcnften Album liegt ein moralisch reiner, die Fronten klar nach Gut und B\u00c3\u00b6se teilender, auf das Happy-end zulaufender Kindercomic vor.<\/p>\n<p>Da war es f\u00c3\u00bcr die ersten deutschen Ausgabe schon zu sp\u00c3\u00a4t. Niedlichkeit erhofft und Nihilismus bekommen, das stellt vermutlich nur eine Minderheit der Leser zufrieden, vor allem \u00c3\u00a4ltere, die es gewohnt sind, dass sich hinter dem Kaugummistil der ecole marcinelle, wie Franquin ihn gepr\u00c3\u00a4gt hat und wie er auch hier Anwendung findet, oft genug abgr\u00c3\u00bcndige und d\u00c3\u00bcstere Themen verbergen.<\/p>\n<p>Somit ist die aktuelle Gesamtausgabe tats\u00c3\u00a4chlich die erste Gelegenheit f\u00c3\u00bcr den deutschen Leser, die Serie vollst\u00c3\u00a4ndig zu erfahren. Der Verlag hat sich druchaus mehr M\u00c3\u00bche gegeben als \u00c3\u00bcblich: selbst die diversen Zusatzseiten mit Entw\u00c3\u00bcrfen, fr\u00c3\u00bchen oder unvollendeten Geschichten oder alternativen Sequenzen sind gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178tenteils \u00c3\u00bcbersetzt, was leider immer noch nicht die Regel ist bei solchen Editionen.<\/p>\n<p>Neues Material kommt relativ sp\u00c3\u00a4t, erst die letzte Episode im zweiten Band ist eine deutsche Erstver\u00c3\u00b6ffentlichung, und es bleibt abzuwarten, wie die Serie sich entwickelt (hat) &#8211; sp\u00c3\u00a4testens, wenn Jean-Louis Janssens als Autor \u00c3\u00bcbernimmt, dessen <a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=691\">&#8222;Zarla&#8220;<\/a> ein sarkastischer, viel zu wenig beachteter Abenteuer-Funny ist.<\/p>\n<p>Wenn, und dise Frage steht nat\u00c3\u00bcrlich immer im Raum, wenn &#8222;Billy the Cat&#8220; in diesem, dem dritten Anlauf, tats\u00c3\u00a4chlich den Sprung zur vollst\u00c3\u00a4ndigen Ver\u00c3\u00b6ffentlichung in Deutschland schafft.<\/p>\n<p><strong>Billy the Cat Gesamtausgabe: Egmont Comic Collection, 216 S.; \u00e2\u201a\u00ac 29,95<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a class=\"FlattrButton\" style=\"display:none;\" href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=2528\" title=\" Es war einmal eine Katze\" rev=\"flattr;uid:LNMUHR;language:de_DE;category:text;tags:blog;button:compact;\">&#8222;Billy the Cat&#8220; kennt man &#8211; naja, ein wenig: als okay erfolgreiche Trickfilmserie. 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