{"id":380,"date":"2009-12-07T16:16:28","date_gmt":"2009-12-07T15:16:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pannor.de\/?p=380"},"modified":"2009-12-07T16:23:46","modified_gmt":"2009-12-07T15:23:46","slug":"aktuelle-comicrezension-131-coraline","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pannor.de\/?p=380","title":{"rendered":"Aktuelle Comicrezension (131): &#8218;Coraline&#8216;"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"twitterbutton\" style=\"display: block; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share\" class=\"twitter-share-button\" data-count=\"horizontal\" data-text=\"Aktuelle Comicrezension (131): &#8218;Coraline&#8216;\" data-via=\"\" data-url=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=380\" data-lang=\"en\" data-related=\"DolcePixel:We make beautiful and sweet WordPress Themes\"><\/a><\/div><p>&#8230; nicht von Flix. Ehe Ger\u00c3\u00bcchte aufkommen. ^^<\/p>\n<p>Bei der Comic Combo l\u00c3\u00a4\u00c3\u0178t sich der Beitrag <a href=\"http:\/\/www.comic-combo-leipzig.de\/forum\/wbb2\/thread.php?threadid=456&amp;threadview=1&amp;hilight=&amp;hilightuser=0&amp;sid=cb48d4be6e4f29e39467d1527d6e3aa0\">hier finden<\/a>.<\/p>\n<p>T\u00c3\u00bcrchen auf \ud83d\ude09 :<\/p>\n<blockquote><p><strong>P. Craig Russell<br \/>\nCoraline<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/i\/coraline.jpg\" alt=\"Coraline\" \/>Dass Neil Gaiman und P. Craig Russell kulturell sehr verschieden gepr\u00c3\u00a4gt sind, f\u00c3\u00bchrt im Idealfall  zu gro\u00c3\u0178artigen Comics &#8211; man nehme die zwei \u00e2\u20ac\u017eSandman\u00e2\u20ac\u0153-Episoden der beiden. Im weniger guten Fall findet der graphisch von der knalligen amerikanischen Popkultur und den  US-Paperback-Illustrationen der zwanziger und dreissiger Jahre gepr\u00c3\u00a4gte Russell keinen Zugang zu der klassisch britischen, von ausgesprochen d\u00c3\u00bcsteren Str\u00c3\u00b6mungen durchzogenen Prosa Gaimans. Dies ist praktisch immer der Fall, wenn Russell nicht direkt mit Gaiman zusammen arbeitet, sondern lediglich ein Werk von ihm f\u00c3\u00bcr den Comic adaptiert.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eCoraline\u00e2\u20ac\u0153 ist so eine Adaption. Nach \u00e2\u20ac\u017eMordmysterien\u00e2\u20ac\u0153 (dt. bei Carlsen) schon die zweite und noch vor \u00e2\u20ac\u017eThe Dream Hunters\u00e2\u20ac\u0153 (noch keine deutsche Ausgabe), der dritten Umsetzung gaimanscher Prosa in Comicform durch Russell. Als schmaler Roman f\u00c3\u00bcr Kinder erschien die Erz\u00c3\u00a4hlung bereits vor einigen Jahren. Russell hat das Buch ohne weitere Zuarbeit Gaimans in einen zweihundertseitigen Comic umgearbeitet. Dennoch prangt Gaimans Name gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178er auf den Cover als der des Zeichners.<\/p>\n<p>Coraline ist ein sehr einsames M\u00c3\u00a4dchen. Nach dem Umzug mit ihren Eltern aufs Land langweilt sie sich in der neuen Umgebung, in der es nur ein paar schrullige alte Menschen gibt, zu Tode. Die Entdeckung einer T\u00c3\u00bcr in eine Anderswelt, in der ihre Eltern Coraline pl\u00c3\u00b6tzlich wieder Aufmerksamkeit zollen und in der die \u00c3\u00b6den Senioren farbige Leben f\u00c3\u00bchren, scheint auf den ersten Blick ein idealer Ausweg. Hinterlistigerweise entpuppt sich das Traumreich allerdings als Falle &#8211; Coraline soll in der Scheinwelt gefangen gehalten werden.<\/p>\n<p>C.S. Lewis&#8216; \u00e2\u20ac\u017eNarnia\u00e2\u20ac\u0153 mit der Schrankt\u00c3\u00bcr in die Anderwelt klingt in dieser Erz\u00c3\u00a4hlung ebenso an wie \u00e2\u20ac\u017eAlice im Wunderland\u00e2\u20ac\u0153 mit den Abenteuern eines kleinen M\u00c3\u00a4dchens in einer ausgesprochen unberechenbaren fremden Umgebung. Zwar nicht mehr britisch, aber im weiterem Umfeld Europas sind auch die M\u00c3\u00a4rchen der Br\u00c3\u00bcder Grimm wieder zu erkennen mit ihren b\u00c3\u00b6sen Hexen, die kleine M\u00c3\u00a4dchen gefangen halten. Gaiman, sich der Tradition fraglos bewu\u00c3\u0178t, schildert Coralines obskur-alptraumartige Reise in einer effektiven, knappen Prosa (hier hervorragend \u00c3\u00bcbertragen von Bernd Kronsbein) und vermischt sie mit seinen eigenen Lieblingsthemen, wie etwa der mystischen Bedeutung von Namen.<\/p>\n<p>Dagegen ist P. Craig Russells (Nach-)Erz\u00c3\u00a4hlweise alles andere als europ\u00c3\u00a4isch. Sie ist zutiefst amerikanisch, einzelbild- und effektbetont. Der Horror der hellen Farben und leeren R\u00c3\u00a4ume, die oft \u00c3\u00bcber Seiten die Szenerie dominieren und im Kontrast zu der eigentlich d\u00c3\u00bcsteren und mit Assoziationen vollgestopften Erz\u00c3\u00a4hlung stehen, ist der von \u00e2\u20ac\u017eAmerican Gothic\u00e2\u20ac\u0153, Grant Woods ber\u00c3\u00bchmtem Gem\u00c3\u00a4lde, von H.P. Lovecraft mit seinen Tentakelmonstern, von Zombies und Salem-Hexen.<\/p>\n<p>Dieser Kontrast erzeugt einen Reibungsverlust. Gaimans direkte Prosa wie auch Russels zarte Illustrationen verlieren mehr an Wirkung, als gut f\u00c3\u00bcr das Ergebnis ist. Wenn \u00e2\u20ac\u017eCoraline\u00e2\u20ac\u0153 in dieser Version als Comic nicht vollst\u00c3\u00a4ndig scheitert, dann liegt das daran, dass sowohl Gaiman als auch Russell Meister ihres Fachs sind. Mit Ruhm bekleckern sie sich freilich nicht. (stefan pannor)<\/p>\n<p>Panini Comics, 200 S.; \u00e2\u201a\u00ac 19,95<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a class=\"FlattrButton\" style=\"display:none;\" href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=380\" title=\" Aktuelle Comicrezension (131): &#8218;Coraline&#8216;\" rev=\"flattr;uid:LNMUHR;language:de_DE;category:text;tags:blog;button:compact;\">&#8230; nicht von Flix. Ehe Ger\u00c3\u00bcchte aufkommen. ^^ Bei der Comic Combo l\u00c3\u00a4\u00c3\u0178t sich der Beitrag hier finden. T\u00c3\u00bcrchen auf \ud83d\ude09 : P. Craig Russell Coraline Dass Neil Gaiman und...<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; nicht von Flix. Ehe Ger\u00c3\u00bcchte aufkommen. ^^ Bei der Comic Combo l\u00c3\u00a4\u00c3\u0178t sich der Beitrag hier finden. T\u00c3\u00bcrchen auf \ud83d\ude09 : P. Craig Russell Coraline Dass Neil Gaiman und P. 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