{"id":391,"date":"2009-12-15T07:41:58","date_gmt":"2009-12-15T06:41:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pannor.de\/?p=391"},"modified":"2010-07-09T14:44:59","modified_gmt":"2010-07-09T13:44:59","slug":"aktuelle-comicrezension-139-da-war-mal-was-von-flix","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pannor.de\/?p=391","title":{"rendered":"Aktuelle Comicrezension (139): &#8218;Da war mal was&#8216; von Flix"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"twitterbutton\" style=\"display: block; text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share\" class=\"twitter-share-button\" data-count=\"horizontal\" data-text=\"Aktuelle Comicrezension (139): &#8218;Da war mal was&#8216; von Flix\" data-via=\"\" data-url=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=391\" data-lang=\"en\" data-related=\"DolcePixel:We make beautiful and sweet WordPress Themes\"><\/a><\/div><p>Und da war er wieder. Flix. Alle Tage wieder? \ud83d\ude09 (Wer das nicht versteht, <a href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=378\">schaue einfach hier hin<\/a>.)<\/p>\n<p>Deshalb ohne lange Vorrede der <a href=\"http:\/\/www.comic-combo-leipzig.de\/forum\/wbb2\/thread.php?postid=1446\">Text f\u00c3\u00bcr die Leipziger <em>Comic Combo<\/em><\/a>. (Nur am Rande der Verweis auf einen <a href=\"http:\/\/www.titanic-magazin.de\/hk_0912.html?&amp;tx_kharticlepages_pi1[page]=3&amp;cHash=e3f00fb9f2\">grandiosen Verri\u00c3\u0178 eines der diversen Hanz Mentze in der <em>Titanic<\/em><\/a>, den ich, obwohl ich das Buch mag, aus seiner Perspektive verbl\u00c3\u00bcffend nachvollziehbar finde.)<\/p>\n<blockquote><p><strong>Flix<br \/>\nDa war mal was<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.comic-combo-leipzig.de\/_dev\/xtc\/images\/product_images\/popup_images\/34200_0.jpg\" width=\"200\" \/>Erinnerungen sind selbstverst\u00c3\u00a4ndlich tr\u00c3\u00bcgerisch. War der Kirschbaum im Garten wirklich so gro\u00c3\u0178? Roch es bei der Tante wirklich so komisch? Ist Colt Seavers wirklich der coolste Held aller Zeiten?<\/p>\n<p>Und \u00c3\u00bcberhaupt: wie war das denn fr\u00c3\u00bcher, in Deutschland, damals noch BRD und DDR?<\/p>\n<p>F\u00c3\u00bcr \u00e2\u20ac\u017eDa war mal was &#8230;\u00e2\u20ac\u0153 l\u00c3\u00a4sst Flix erinnern. Der Band druckt jene Geschichten ab, die seit geraumer Zeit im Berliner \u00e2\u20ac\u017eTagesspiegel\u00e2\u20ac\u0153 erscheinen. Flix hat illustriert, was Freunde und Bekannte und Zufallsbekannte ihm erz\u00c3\u00a4hlt haben, \u00c3\u00bcber fr\u00c3\u00bcher und \u00c3\u00bcber h\u00c3\u00bcben und dr\u00c3\u00bcben. Es sind sechsundzwanzig kurze Aufnahmen dessen, was vom Damals \u00c3\u00bcbrig bleibt. Ulrich erinnert sich, wie er bei einem Ostbesuch verloren ging. Moritz daran, wie er sich die DDR als gro\u00c3\u0178es schwarzes Loch vorstellte. Gero an den Zwiespalt, daheim Westpakete zu \u00c3\u00b6ffnen und in der Schule den braven Jungpionier zu spielen.<\/p>\n<p>Auch wenn viele Erinnerungen mit der DDR zu tun haben, ist es weder ein absolut auf den Osten Deutschlands reduzierbares Buch noch ein zwingend politisches. Diverse Geschichten spiegeln ganz normalen Alltag unter besonderen Umst\u00c3\u00a4nden &#8211; wie Hanno in der DDR James Bond spielte oder wie Anjas Wellensittich die Titelmelodie der Tagesschau auswendig lernte.<\/p>\n<p><!--more-->Es ist ein \u00c3\u00bcberaus privates Buch &#8211; und das Private ist nicht immer nett. Flix illustriert auch Erz\u00c3\u00a4hlungen von Republikflucht, von Stasiverh\u00c3\u00b6ren, von Nachwendetraumata. Weil Flix hier nicht sich selbst zeichnet, kommen die Geschichten ohne die mitunter etwas penetrante Harmoniesucht seiner sonstigen Comics aus. Im Gegenteil: neben den am\u00c3\u00bcsanten und romantischen Erz\u00c3\u00a4hlungen sind einige Geschichten d\u00c3\u00bcster, bitter, neurotisch. Heikes Geschichte von der Fehlgeburt mit vierzehn etwa. Oder Meike, die berichtet, wie ihre Eltern nach dr\u00c3\u00bcben &#8211; n\u00c3\u00a4mlich in die DDR &#8211; ausgewandert sind, nur um dort letztlich ebenso vom System frustriert zu sein wie in der alten Heimat.<\/p>\n<p>Die ungewohnten Sujets erzwingen ungewohnte grafische Umsetzung. Wie in keinem anderen seiner B\u00c3\u00bccher experimentiert Flix hier mit der Form, gestaltet Seiten als Memoryspiel, als alptraumhafte Silhouettensequenz oder als gro\u00c3\u0178e Ausklappseite. Schatten und Schraffuren erweitern  seinen \u00c3\u00bcblichen Strich hier markant.<\/p>\n<p>Damit rekonstruiert Flix in begeisternder grafischer Vielfalt Erinnerungen, die nicht die seinen sind. Macht aber aus ihnen &#8211; gerade weil Erinnerungen eben dazu neigen, subjektiv, tr\u00c3\u00bcgerisch und verfremdet zu sein und weil jede Erinnerung damit etwas Einmaliges ist &#8211; ganz und gar eigenst\u00c3\u00a4ndige Episoden. (stefan pannor)<\/p>\n<p>Carlsen Comics, 104 S.; \u00e2\u201a\u00ac14,90<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/4698bcb8779840b89b34d8c69ad489e0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/>\t<\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a class=\"FlattrButton\" style=\"display:none;\" href=\"https:\/\/www.pannor.de\/?p=391\" title=\" Aktuelle Comicrezension (139): &#8218;Da war mal was&#8216; von Flix\" rev=\"flattr;uid:LNMUHR;language:de_DE;category:text;tags:blog;button:compact;\">Und da war er wieder. Flix. Alle Tage wieder? \ud83d\ude09 (Wer das nicht versteht, schaue einfach hier hin.) Deshalb ohne lange Vorrede der Text f\u00c3\u00bcr die Leipziger Comic Combo. 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