Die Gespenster Geschichten (mit eben dieser eigenwilligen Schreibart des Titels) waren eine der langlebigsten Comicreihen in Deutschland. Am Ende hatten sich die uninspirierten kurzen Gruselepisoden selbst überlebt, vermutlich sogar schon mehrmals – 2006 wurde die Reihe jedenfalls von der Öffentlichkeit praktisch unbemerkt eingestellt. Zu dem Zeitpunkt war sie längst nur noch ein Sammelsurium zweitverwerteter Geschichten aus früheren Nummern.
Das nun also der Tigerpress-Verlag, der vor einiger Zeit auch Fix & Foxi neubelebt hat, die Gespenster Geschichten seit kurzem ganz in der alten Tradition fortführt, ist eigentlich nicht weiter erwähnenswert. Wieder wird nirgends so langweilig gestorben, geverflucht, gegruselt wie hier. (Schlechte Scherze über Untote verkneife ich mir an dieser Stelle mühsam.)
Wenn … ja wenn nicht die Nummer 2 diesen Jahres als Beigabe eine von Lausch-Media produzierte Hörspielfolge aus deren Hellboy-Reihe beinhalten würde.
Diese basiert mehr oder minder lose auf der ersten Hälfte von Saat der Zerstörung, dem allerersten Hellboy-Comicabenteuer, erschienen bei Cross Cult. Bedenkt man, dass Mike Mignolas Comics vor allem aus visuellen Effekten (i.e. Kloppereien mit Monstern) bestehen, hat die Hörspielfirma einen verdammt guten Job gemacht. Die herausgehauene halbe Geschichte hat einen knarzigen Humor, getragen vor allem von Hellboys Off-Kommentar zu den eigenen Erlebnissen – gesprochen wie in den Filmen von Tilo Schmitz.
Obwohl die Hintergrundmusik mitunter etwas zu penetrant-offensichtlich in dramatischen Momenten einsetzt, manch ein nicht aus dem Comic übernommener Dialog arg scheppert und das deutsche Akronym B.U.A.P. (Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Ereignisse – es müsste also eigentlich B.U.A.P.E. heissen) hier englisch ausgesprochen wird, ist Saat der Zerstörung insgesamt ein verblüffend wirkungsvolles Hörspiel. Etwas trashig, aber doch goutierbar.
Die zweite Hälfte der Geschichte kann man bei Lausch Media erwerben und natürlich allen bei allen möglichen Händlern, die Hörbücher führen. Die erste Hälfte ist aktuell für 2,95 EUR an jedem Kiosk erhältlich, verpackt in Gespenster Geschichten 02/ 2009, die auch noch einen kurzen Hellboy-Comic enthält.
PS: Auf der Verlagshomepage von Tigerpress wird die Existenz der Gespenster Geschichten übrigens vollständig verschwiegen. Die extra für das Heft eingerichtete URL www.gespenster-magazin.de leitet sofort zur Tigerpress-Seite um. Seltsam, aber so steht es geschrieben …
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