Börsenblatt: ‚Der Comic wächst mit seinen Aufgaben‘
Posted by: Stefan, in JournalistischesBereits Anfang Februar ist dieser Artikel von mir zur Situation deutscher Comicverlage im Buchhandel erschienen. Dafür habe ich mit einer ganzen Menge Verlage entsprechende Interviews geführt – und hatte am Ende mehr Daten und O-Töne, als auf den gegebenen zwei Seiten im Heft beim besten Willen unterzubringen waren.
Es wäre schön, wenn ich die deutlich längere Fassung oder zumindest die Fakten daraus noch anderweitig verwerten könnte. Bis dahin aus urheberrechtlichen Gründen nur ein kurzer Anreisser auf den Text, wie er im Börsenblatt erschienen ist.
Der Comic wächst mit seinen Aufgaben
Ein Markt muss sich neu erfinden: Graphic Novels für Erwachsene sind im Aufwind, während die Erfolgsstory der Manga zu Ende geht. Ob E-Mangas die Lösung sind?
Es tut sich was in der deutschen Comicwelt, fernab vom japanischen Manga-Kosmos. Einige Anzeichen dafür: Von Tove Janssons erfolgreichen »Mumins« konnte der Verlag Reprodukt innerhalb von nur drei Monaten 3 000 Exemplare absetzen. Carlsen brachte Reinhards Kleists Johnny-Cash-Biografie »Cash – I see a darkness« seit 2006 rund 15 000-mal an den Leser und verkaufte dazu noch mehrere Auslandslizenzen. Und die bei S. Fischer publizierte Gesamtausgabe von Art Spiegelmans »Maus« erreicht nach knapp anderthalb Jahren eine Auflage von 12 000 Exemplaren. Hohe Verkaufszahlen für Comics, die längst auch bei klassischen Buchverlagen zu haben sind – darunter Kiepenheuer & Witsch (Alison Bechdel, »Fun Home«), Aufbau (Fred Vargas, »Das Zeichen des Widders«) und vor allem Heyne (Stephen King, »Der dunkle Turm«).
Comics für erwachsene Leser werden offenbar zur Selbstverständlichkeit im deutschen Kulturbetrieb – auch wenn das Umsatzlevel vergleichsweise niedrig ist. Insgesamt steuert die Warengruppe Comic, Cartoon, Humor, Satire laut Branchen-Monitor Buch knapp 2,4 Prozent zum Branchenumsatz bei – Comics dürften davon etwa zwei Drittel ausmachen. Dass das Segment innerhalb der Belletristik 2008 kräftig aufholen konnte (plus 29,3 Prozent), lag vor allem an Eckart Hirschhausens Satire-Bestseller »Die Leber wächst mit ihren Aufgaben« (Rowohlt), Impulse bekommt die Warengruppe aber auch vom Comic: von großen Verlagen wie S. Fischer, die ihre Comicaktivitäten ausbauen, und kleinen Häusern wie Reprodukt.
»Graphic Novel« heißt das Zauberwort – ein in den 70er Jahren vor allem von Will Eisner in den USA popularisierter Begriff, ursprünglich als Abgrenzung zu den eskapistischen Abenteuern in den Comic-Heften gemeint. Heute sind Graphic Novels meist umfangreiche Erzählungen in Comicform, oft mehrere hundert Seiten lang – und sie rücken inhaltlich näher an die Bandbreite der Literatur heran.
Rest vorerst nur im Börsenblatt #6/ 2009, sorry.
Es tut sich was in der deutschen Comicwelt, fernab vom japanischen Manga-Kosmos. Einige Anzeichen dafür: Von Tove Janssons erfolgreichen »Mumins« konnte der Verlag Reprodukt innerhalb von nur drei Monaten 3 000 Exemplare absetzen. Carlsen brachte Reinhards Kleists Johnny-Cash-Biografie »Cash – I see a darkness« seit 2006 rund 15 000-mal an den Leser und verkaufte dazu noch mehrere Auslandslizenzen. Und die bei S. Fischer publizierte Gesamtausgabe von Art Spiegelmans »Maus« erreicht nach knapp anderthalb Jahren eine Auflage von 12 000 Exemplaren. Hohe Verkaufszahlen für Comics, die längst auch bei klassischen Buchverlagen zu haben sind – darunter Kiepenheuer & Witsch (Alison Bechdel, »Fun Home«), Aufbau (Fred Vargas, »Das Zeichen des Widders«) und vor allem Heyne (Stephen King, »Der dunkle Turm«).
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Mai 18th, 2009 at 22:52
[…] kürzere, aktualisierte und auf ein eher allgemeineres Publikum zielende Fassung meines Artikels für das Börsenblatt. Trends am Buchmarkt Warum immer mehr Verlage auf Comics […]