Archive for Juli 4th, 2010

Das Blut aus der Geschichte saugen
„American Vampire“: Stephen King analysiert zwei Sollbruchstellen der amerikanischen Geschichte mit seinem neuesten Comic

von Stefan Pannor

Stephen King - American VampireEs beginnt, wie oft bei Stephen King, mit einem Schriftsteller. „Ich habe nur einen Roman in meinem Leben geschrieben – ‚Böses Blut‘ – aber das hat genügt, um mich reich zu machen“, beginnt der fiktive Autor Will Bunting seine Erzählung von dem Desperado Skinner Sweet, der in Colorado in den letzten Tages des wilden Westen nach einem gescheiterten Bankraub in Gefangenschaft von einem Vampir gebissen und darauf selbst zum Blutsauger wird.

Es ist die Erzählung einer Erzählung. Sie handelt vordergründig davon, wie Will Bunting eines Tages seinen Roman schreiben wird. Aber auch davon, welche vorgeblich realen Ereignisse er in diesem Buch schildern wird. Kings finaler Dreh: „American Vampire“, diese Geschichte über Blutsauger und Bücher, ist kein Buch, sondern ein Comic.

Natürlich ist das eine Sensation. Es ist der erste wirklich nach einem originalen Skript von King gezeichnete Comic, sieht man einmal von zwei Seiten in einem „X-Men“-Comic der achtziger Jahre ab – einem Benefizbuch für die Afrika-Hungerhilfe.

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